Transaktionsanalyse
Die Transaktionsanalyse erklärt menschliches Verhalten leicht und verständlich. Sie befasst sich speziell mit der Psychologie der Kommunikation und der Gesprächsführung. Sie hilft, eigenes und fremdes Verhalten zu orten und zu analysieren. Wobei die Analyse sich nicht nur auf äußerlich wahrnehmbares Verhalten beschränkt, sondern auch vor allem mit den Hintergründen des Verhaltens.
In der Transaktionsanalyse sind folgende Fragen von zentraler Bedeutung:
Welche sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster sind erkennbar?
Was möchte die Person mit diesem Muster tatsächlich erreichen?
Welche Normen, Prinzipen, Annahmen, Vorstellungen, Phantasien und fixen Ideen bestimmen möglicherweise sein Verhalten?
Wie sabotiert er sich selbst?
Das Ziel der Transaktionsanalyse ist, sich und den anderen besser zu verstehen.
Die Transaktionsanalyse setzt sich aus drei Hauptteilen zusammen:
Struktur-Analyse
zwischenmenschliche Transaktion
Script-Analyse
1. Die Struktur-Analyse
Die Struktur-Analyse versucht zu verstehen, was in einem Menschen vorgeht, welche Teile seiner Psyche wirken oder reagieren. Der Begründer der Transaktionsanalyse Eric Berne unterscheidet zwischen drei Ich-Zuständen, in denen sich ein Mensch befinden kann.
Kind-Ich
Das Kind-Ich als der Teil, in dem Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle zu Hause sind. Es ist auch der kreative Teil eines Menschen.
Erwachsenen-Ich
Das Erwachsens-Ich als der Teil, der etwas nüchtern, leidenschaftslos Situationen und Gegebenheiten einschätzt. Er ist der Teil der abschätzt und zwischen den beiden anderen Ich-Zuständen entscheidet. Er ist der Sitz des Verstandes.
Eltern-Ich
Das Eltern-Ich ist der Teil, der lobt und straft, ermutigt und kritisiert. Das Eltern-Ich ist ein Resultat der Erziehung. Er besteht aus Verhaltensweisen und Normen, die wir von anderen (oftmals Autoritätspersonen) übernommen haben.
Zum Beispiel:
Frau Sommerfeld leitet um 10.00 die Teamsitzung kooperativ und effizient. Zwei Stunden später sitzt sie in der Kantine und lacht hemmungslos über einen Witz. Gegen Nachmittag ärgert sie sich über einen Mitarbeiter und sagt im Gespräch: “Sie müssen einsehen, dass Ihr Verhalten unmöglich ist.”
Frau Sommerfeld hat hier innerhalb eines Tages mindestens dreimal ihren Ich-Zustand verändert. Der Mensch kann sehr rasch von einem Ich-Zustand in den anderen wechseln. Die Strukturanalyse versucht einen Weg aufzuzeigen, wie man sich und andere besser verstehen kann, indem man herausfindet, in welchen Situationen man aus welchem Zustand heraus reagiert.
2. Die Zwischenmenschliche Transaktion
In einem weiteren Schritt analysiert die Transaktionsanalyse die Transaktion zwischen zwei Personen. Unter Transaktion wird der Austausch von Informationen verstanden. A spricht zu B und B entschlüsselt die Aussage von A und spricht zurück.
Herr Alberti sagt zur Frau Berti:
“Ich habe große Lust, einmal etwas ganz Verrücktes zu machen. Zum Beispiel einfach mal als Clown verkleidet zur Konferenz kommen. Es geht da immer so schrecklich ernst zu.”
Frau Berti überlegt und sagt:
“Ich denke, dass Sie dann ganz schön an Respekt verlieren. In Ihrer Position macht man so etwas nicht.”
Herr Alberti hat hier aus seinem Kindheits-Ich gesprochen. Frau Berti hat aus ihrem Eltern-Ich Herrn Alberti belehrt. Der flüssige Dialog ist damit beendet.
Dies ist nur ein kleines Beispiel. Viel interessanter ist die Analyse von Konfliktgesprächen. Hier wird überwiegend aus dem Eltern- und dem Kindheits-Ich gesprochen. Die Transaktionsanalyse hilft, auch in Konfliktsituationen aus dem Erwachsenen-Ich zu sprechen und den anderen auch zum Erwachsenen-Ich zu führen. So können Konflikte kooperativer und konstruktiver gelöst werden.
3. Die Script-Analyse
Die Script-Analyse befasst sich stärker mit der Frage, welches Drehbuch oder Lebensplan hat ein Mensch entwickelt? Welche Grundeinstellung haben wir entwickelt? Die Transaktionsanalyse unterscheidet zwischen vier Grundeinstellungen:
Ich bin o.k. - du bist o.k.
Ich bin o.k. - du bist nicht o.k.
Ich bin nicht o.k. - du bist o.k.
Ich bin nicht o.k. - du bist nicht o.k.
Die vorherrschende Grundeinstellung zeigt sich oft auch im Umgang zwischen zwei Personen. Es ist verständlich, dass nicht jeder die erste Einstellung
“ich bin o.k. – du bist o.k.” entwickelt hat. Es erfordert eine innere Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten und eine Auseinandersetzung mit dem Verhalten des Gegenübers. Zum Beispiel würde dann ein Mitarbeiter nicht auf der Lauer liegen, wenn sein Kollege einen Fehler macht.
Die Transaktionsanalyse ist besonders für Personen hilfreich, die mit anderen Personen eng zusammenarbeiten, in einem Team / Projekt miteinander arbeiten oder die andere Menschen führen. Informationen können zielgerichteter fließen, Konfliktsituationen schneller entschärft und Mitarbeiter zum Mitdenken bewegt werden.




