NLP

NLP setzt sich aus den Wörtern Neuro Linguistisches Programmieren zusammen. “Neuro” weist darauf hin, dass es um Vorgänge im Gehirn geht, “Linguistik” ist die Wissenschaft der Sprache und “Programmieren” kommt aus der Computersprache. Dem Computer wird eine Folge von Anweisungen gegeben, die ihm angeben, welche Aktionen er mit welchen Daten durchführen soll.

Auf den ersten Blick klingt das erstmal etwas kühl, berechnend und distanzierend. Der zweite Blick jedoch macht neugierig. Denn nichts anderes ist mit unserem Gehirn im Laufe unserer Biografie passiert. Unser Gehirn hat Eindrücke, Erfahrungen, Gefühle aufgenommen, verarbeitet und gespeichert. Ständig vergleicht es neue Erfahrungen mit früheren Erfahrungen und stellt Regeln (Verhaltenscodexe) auf. Wir entwickeln Vorstellungen von uns selbst wie wir sind, wie wir reagieren und über unsere Umwelt.

In der Regel sind uns diese Vorstellungen und Verhaltensregeln nicht bewusst. Wir reagieren auf bestimmte Ereignisse immer wieder ähnlich und fühlen uns in unserer Vorstellung bestätigt. Letztendlich haben wir oder unser Gehirn uns selbst programmiert. Es ist unsere individuelle “Programmiersprache”. Sie ist wie ein Fingerabdruck: einzigartig und nicht wiederholbar.

Im Prinzip hat diese Programmierung auch einige Vorteile: es lässt ein rasches Handeln zu, es gibt uns Sicherheit in bestimmten Situationen. Unsere Verhaltensweisen und Reaktionen sind uns vertraut und sichern unser Überleben. Nur einige (gelernte) Verhaltensweisen und Reaktionen empfinden wir als unangenehm, störend oder sogar blockierend. NLP beschäftigt sich damit, wie wir unsere individuelle Programmiersprache ändern und verbessern können.

Drei zentrale Fragen stehen bei NLP im Vordergrund:

Welche Struktur hat die subjektive Erfahrung?

Welche Verhaltensmuster wurden aus Erfahrungen entwickelt?

Wie können diese Muster erkannt und verbessert werden?

NLP ist ein mentales Training und in erstaunlich kurzer Zeit lassen sich persönliche Veränderungen erreichen. Ein Kernstück im NLP sind die persönlichen Zielsetzungen und Wünsche und wie man diese für sich umsetzen kann. Dazu gehören Eigenmotivation, Überwindung von Ängsten und die Aktivierung von ungeahnten Kräften und Fähigkeiten.

Im NLP lernt man sein Potential besser kennen und nutzen. Dabei werden häufig kleine Zukunftsreisen in den Wunschzustand mental vorgenommen. Man erlebt praktisch wie es sich anfühlt diesen Wunschzustand schon erreicht zu haben. Man stellt sich intensiv die Erreichung des Ziels vor und verfolgt anschließend von diesem Zustand ausgehend, welche Faktoren zur Erfüllung dieses Zustandes geführt haben. Dieses ist jedoch nur eine von vielen Techniken aus dem NLP.

NLP ist in den 70er Jahren von dem Informatik- und Psychologiestudenten Richard Bandler und dem Sprachwissenschaftler Dr. John Grinder in den USA entwickelt worden. Sie stellten sich die Frage, weshalb die drei bekannten Therapeuten (Milton Erickson, Fritz Perls und Virginia Satir) so erfolgreich sind. Sie fanden dabei heraus, dass sie ganz bestimmte Kommunikations- und Verhaltensmuster bei ihren Klienten anwandten und dadurch dauerhafte Veränderungen bewirkten. Den drei Therapeuten war jedoch dieses gar nicht bewusst. Sie gingen intuitiv vor.

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Susanne Weber